Bodenkunde und Geomorphologie

Leiter

Prof. habil. Helmut Elsenbeer, PhD

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Beschreibung

Rechtzeitig zum Beginn des neuen Milleniums wurde in einer Veröffentlichung des International Geosphere-Biosphere Programme im Jahre 2000 das Anthropozän als neues geologisches Zeitalter ausgerufen in Würdigung der Tatsache, dass verschiedene Aktivitäten von Homo sapiens intensiver ausfallen als so manche natürliche Prozesse. Dies trifft ohne Zweifel auf Prozesse zu, die unsere Landschaften gestalten. Zum Beispiel ist die vom Mensch verursachte Abtragungsrate schon seit tausend Jahren größer als die aller natürlichen Prozesse.

Unsere Forschungsaktivitäten konzentrieren sich auf oberflächennahe Prozesse und die Rahmenbedingungen, unter denen sie sich abspielen und die selber anthropogen verändert werden. ‚Oberflächennah’ betrifft dabei jene dünne Grenzfläche zwischen Atmospäre und Lithosphäre, die mit der Oberfläche der Vegetationsdecke, etwa dem Kronendach von Wäldern, beginnt und mit der Grundwasseroberfläche aufhört. Zu diesen Prozessen gehören die Niederschlagsinterzeption in naturnahen und anthropogen überprägten Wäldern, die Abflussbildung in solchen Wäldern und extensiv genutzten Landschaften, und der mit dem Wasserfluss verbundene Transport von gelösten und partikulären Substanzen und seine geomorphologische Ausprägung. Das Fernziel unserer Aktivitäten ist die Differenzierung ausgewählter Bereiche der Erdoberfläche in widerstandsfähige und empfindliche Domänen: in der ersteren reagieren oberflächenahe Prozesse nur unterschwellig auf anthropogene Störungen, in der letzteren mögen identische Störungen im Extremfall zum Überschreiten von vielbeschworenen ‚tipping points’ führen.